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Hans Falk

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Fort von der Insel

Hans Falk (1918 – 2002) – von Stromboli nach London

Die Galerie Milchhütte in Zumikon gedenkt dem Jahr des Aufbruchs von 1968 mit einer Ausstellung zwischen dem 3. und 20. Mai 2018 von Arbeiten des international bekannten Schweizer Künstlers Hans Falk. Den damals 50jährigen Maler und Grafiker zog es aus der Isolation der italienischen Vulkaninsel Stromboli ins pralle Leben der Grossstadt London. Der Wohnortswechsel korrespondiert mit Falks Rückkehr zum figurativen Ausdruck.

<Ich komme nicht mehr raus aus diesem grauenhaften Gefängnis, in das ich mich begab, mit und durch meine Arbeit>, berichtete Hans Falk im November 1967 von Stromboli aus seiner Tochter in Zürich. <Viel Neues probiere ich in meiner Malerei und bin heute so verzweifelt, dass ich dir schreiben muss.>

Die Suche nach der perfekten Abgeschiedenheit hatte das Leben von Hans Falk und seiner Familie während des letzten Jahrzehnts geprägt. Der erfolgreiche Grafiker und Illustrator hatte den Wegzug aus Zürich gewagt und an Europas Rändern - in Südspanien, Libyen, Südengland und im Westen Irlands - den Weg zur Abstraktion gefunden.

Auf Stromboli, wo sich Falks inzwischen vierköpfige Familie 1960 niedergelassen hatte, zog sich der Maler zur Arbeit in die Häuserruinen der von Abwanderung geprägten Insel zurück. Dort entstanden auch die Entwürfe der siebenteiligen Plakatserie für die Expo 1964. Deren radikale Farbigkeit und Abstraktion, ein Novum im damaligen Plakatschaffen, markierten Falks nationale und internationale Anerkennung eines abstrakten Expressionisten.

<Die Zeit rast, ich habe nie genügend, und werde ganz hektisch wenn es zu Dunkeln anfängt – jetzt schon um 5 Uhr. Ich habe mir eine grosse Gaslampe bestellt und warte täglich, dass sie bald komme. Ich benötige die, um den Tag damit zu verlängern. Denn erst abends bin ich soweit, das ich noch einmal beginnen möchte. Ich habe schon ca. 20 Objets gebaut – es ist ein Garten von zunächst Sinnlosem, aber dadurch befreie ich mich von verankerten Vorstellungen. Und weiter wird aus diesem Spielen und Bauen doch ein Sinn.>

<Diese Funde faszinierten den Maler in hohem Masse>, konstatiert Manuel Gasser in der Zeitschrift <Du>. <Er umgab sich mit ihnen bei der Arbeit, versah den einen und andern mit einem hölzernen Sockel und ging schliesslich daran, die objets trouvés zu phantastischen Zwitterwesen zusammenzustücken, die einer entfernte Ähnlichkeit mit menschlichen Figuren, Skeletten, Vögeln und dergleichen hatten. Sie illustrieren, deutlicher als es Falks Malereien vermöchten, das innige und subtile Verhältnis des Künstlers zu den abgelebten Zeiten.>

Falks Auseinandersetzung mit den Fundstücken der abgewanderten Strombolaner führte im Herbst 1968 zu einem örtlichen Neubeginn, nach London. Dort bemächtigt er sich der Stadt mit seinem Skizzenbuch, zeichnet Polizeieinsätze gegen Demonstranten, bei Happenings, im Hyde Park und in schäbigen Erotik-Shows in Soho. Im vielbeachteten Musical <Hair> und im <Living Theatre>, wo der gesellschaftliche Neubeginn postuliert wurde, fand der Maler das Milieu und die Kraft zur Auseinandersetzung mit dem Elementaren, wie er sie in Stromboli nicht länger abzurufen imstande war. <Meine Malerei möchte ich vielmehr als eine Form der Reflektion politischer, gesellschaftlicher Wirklichkeit verstanden wissen.> (Falk, London, August 1971)

Falks Arbeiten aus swinging London zeugen von der Widersprüchlichkeit des erlebten Aufbruchs. Die irritierende Gleichzeitigkeit der Befreiung von sozialen Zwängen und Kommerzialisierung der Revolte veranlasst den Künstler zum figurativen Ausdruck. Manche Werke aus dieser Zeit verdeutlichen Falks Dilemma in dieser <Gesellschaft kompletter Fäulnis>, wie er es formuliert. <Doch da es sich um eine recht komfortable Fäulnis handelt, ist es recht erheiternd, sie zu malen.>

Die in Zumikon gezeigten Zeichnungen und Skizzen von Falks Aufbruch von Stromboli nach London vermitteln das ewige Ringen um den passenden Ausdruck des 2002 verstorbenen Künstlers.

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